Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf — Dann geht ein Bild hinein, geht durch…

Dick Bakers Kater

Bald darauf traf ich einen früheren Bekannten, der Bergmann in einem der verlassenen Grubendistrikte Kaliforniens war. Ich ging mit ihm zurück und blieb mehrere Monate dort unter den Goldgräbern, welche in der ausgedehnten Hügel und Waldlandschaft vier bis fünf zerstreute Hütten bewohnen. In der flotten Zeit, ehe die Gruben erschöpft waren, hatte in dieser Einöde eine blühende Stadt mit einer Bevölkerung von zwei- bis dreitausend Menschen gestanden; jetzt war alles spurlos verschwunden – Straßen, Wohnhäuser, Läden – und nur eine…

Bemis‘ Büffel

Den nächsten Morgen, gerade vor Dämmerung, etwa fünfhundertfünfzig Meilen weit von St. Joseph, brach unsere Stage Coach zusammen. Wir sollten einen Aufenthalt von fünf bis sechs Stunden haben. Daher nahmen wir die Einladung einer Jagdgesellschaft an, die sich gerade zur Büffeljagd aufmachte, sie zu Pferde zu begleiten. Es war ein edles Vergnügen, im taufrischen Morgen über die Ebene hinzujagen. Unsrerseits nahm die Jagd jedoch ein Ende mit Schrecken und Verdruss, denn ein angeschossener Stier trieb den Reisenden Bemis fast zwei…

Reineke Fuchs

Erster Gesang Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen! es grünten und blühten Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken Übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel; Jede Wiese sproßte von Blumen in duftenden Gründen, Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde. Nobel, der König, versammelt den Hof; und seine Vasallen Eilen gerufen herbei mit großem Gepränge; da kommen Viele stolze Gesellen von allen Seiten und Enden, Lütke, der Kranich, und Markart, der Häher, und…

Der Kojote

Abermals eine Nacht, die abwechselnd Ruhe und Unruhe brachte. Aber der Morgen kam doch nach und nach heran. Abermals ein solches Erwachen inmitten frischer Lüfte, endlos sich ausdehnender grüner Flächen, strahlenden Sonnenscheins, einer ergreifenden, aller sichtbaren menschlichen Wesen und Wohnstätten baren Einsamkeit und einer Atmosphäre von so merkwürdig vergrößernden Eigenschaften, daß Bäume in mehr als drei Meilen Entfernung scheinbar dicht vor uns standen. Wir machten es uns wieder leicht, kletterten auf das Dach unseres dahinfliegenden Wagens, . . . weiter…

In Heidelberg und im Wald

Wir stiegen in einem Hotel am Bahnhof ab. Am nächsten Morgen, während wir in meinem Zimmer saßen und darauf warteten, dass uns das Frühstück gebracht wurde, erweckte unser Interesse, was gegenüber vor einem anderen Hotel vor sich ging. Zunächst erschien an der Tür die Persönlichkeit, die man Portier nennt (der nicht Pförtner, sondern mehr so etwas wie der erste Offizier eines Hotels ist), wie aus dem Ei gepellt in einer neuen blauen Tuchuniform, dekoriert mit blitzenden Messingknöpfen und mit Goldlitzen…